Nach drei vermeintlichen Topmannschaften der Liga trifft die HG Hemau/Beratzhausen mit dem ATSV Kelheim auf einen Gegner mit dem selben Ziel wie die Tangrintler: Klassenerhalt. Anpfiff in der Kelheimer Dreifachturnhalle ist am Samstag um 18.00 Uhr. Trotz der unerwarteten 4:2 Punkten aus den ersten drei Bezirksoberligaspielen wird es in Kelheim wohl eine wahre Mammutaufgabe, das Punktekonto auf der Habenseite weiter aufzustocken. Die Niederbayern haben zwar ihre beiden ersten Partien verloren, doch hungrige Löwen sind ja bekanntlich besonders gefährlich. Gerade gegen den Ligaprimus vom ESV Regensburg zeigten die ATSVler über weite Strecken, wozu sie im heimischen Hexenkessel fähig sind. In Punkto Erfahrung hat der ATSV die klar besseren Karten: mit Ex-Bayernligaspieler Stephan Ipfelkofer, BOL Urgestein Björn Jessen und den ebenso erfahrenen Tom Prudil und Christian Müller stehen in den Reihen vom Trainerduo Hackelsperger/Prudil Spieler, die solche Drucksituationen bereits mehrfach erlebt haben und sicherlich wissen, damit umzugehen. Auf Seiten des HG Expresses liegt der Vorteil des freien Aufspielens, da man ja bereits vier Punkte gegen den Abstieg gehamstert hat. Leider muss das Trainerteam Kessner/Lindner momentan auf einige wichtige Spieler verzichten und konnte die Woche über auch nur mit einer dezimierten Mannschaft trainieren. Bleibt also abzuwarten, ob es den Hemauern gelingt, das gefürchtete Kelheimer Tempospiels über weite Strecken unter Kontrolle zu halten und wie in der Vorsaison die berühmte Tagesform entscheiden wird.
Momentan lohnt es sich zum Handball in die Tangrintelhalle zu kommen. Auch gegen die HG Amberg konnten die Hemauer nach einem Wechselbad der Gefühle und absoluter Hochspannung bis zum Schluß beide Punkte einfahren. Am Ende stand es 28:27 und nach Herzogenaurach stolperte bereits der zweite Favorit beim Aufsteiger von Trainer Michael Kessner. Amberg legte los wie die Feuerwehr und überrollte in den ersten Minuten die Hemauer mit 1. und 2.Welle. Nach knapp drei Minuten stand es bereits 0:3 und es wurde höchste Eisenbahn dagegen zu halten. Dies sollte auch gelingen. Über 2:4 und 4:6 konnte die junge Heimmannschaft beim 6:6 nach 12 Minuten zum ersten Mal ausgleichen. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zweier vor allem in der Offensive überzeugenden Mannschaften. Hemau nutzte immer wieder die Nachlässigkeiten in der Defensive des Landesligaabsteigers geschickt aus und verwandelte meist sicher die sich bietende Torchance. Amberg lebte in der Offensive wie erwartet vornehmlich von seinen klasse Einzelspielern, wie Basti Schindler im Rückraum und HG-Urgestein Tobias Hirsch auf Links Außen. Beide sollten zusammen am Ende 17 Tore erzielen. Beim Stand von 15:15 wurden schließlich die Seiten gewechselt.
HG Coach Matthias Steinert rüttelte seine Mannen in seiner Halbzeitansprache so richtig wach. Die HG kam wesentlich aggressiver aus der Kabine und setzte sich nach 36 Minuten mit 16:19 erst mal wieder etwas ab. Trainer Kessner war gezwungen seine Auszeit sehr früh in Hälfte 2 zu nehmen und stellte im Rückraum wieder um. David Hillert und Matthias Anzinger kamen zurück. Genau dies sollte an diesem Tag die richtige Entscheidung sein. Der HG Express zeigte sich von seiner gewohnt kämpferischen Seite und drehte das Spiel innerhalb weniger Minuten: 20:19. Amberg war sichtlich beeindruckt, vergab gute Einwurfmöglichkeiten und Hemau spielte sich kurzzeitig in einen Rausch: 22:21, 26:21. In dieser Phase funktionierte auch der Mittelblock um Matthias Fochler mit dem vorgezogenen Bene Lindner hervorragend und begrenzte den Wirkungskreis von Basti Schindler. Somit fiel den Ambergern nicht fiel ein und der HG Express konnte seinem Namen alle Ehre machen. HG Trainer Steinert zog 9 Minuten vor Schluss seine grüne Karte und stellte seine Abwehr von 6-0 auf 5-1 bzw. dann auch 4-2 um. Dies ergab jede Menge Platz für die Hemauer Angreifer, den sie auch hervorragend nutzen konnten. Nur wollte der Ball nicht mehr ins Tor. Jede Menge klarster Torchancen wurden vergeben oder endeten unglücklich am Amberger Innenpfosten. Da auch Amberg gute Möglichkeiten auslies, konnte der HG Express bis 4 Minuten vor dem Ende eine 4 Tore Führung behaupten. Doch wer glaubte, dies wäre es gewesen, der kennt die Faszination Handball noch zu wenig. Basti Schindler bestrafte Hemauer Fehler eiskalt und verkürzte Tor um Tor. Schließlich konnte Tobi Hirsch 15 Sekunden vor dem Ende per Strafwurf zum 27:27 ausgleichen. Doch wenn es läuft, dann läufts: Schneller Anwurf, Sprungwurf David Hillert, Tor, Sieg, riesen Jubel und wieder zwei unerwartete Punkte in der mit 250 Zuschauern vollen Tangrintelhalle.
HG Express: Oliver Edenharter (TW), Stephan Fochler (TW), Matthias Anzinger 3, Martin Kaufmann 1, Matthias Fochler 6, Ludwig Pilsl, Stephan Obenhofer, Benedikt Lindner 3, David Hillert 8/2, Denis Vasold 1, Albert Anzinger 4, Dominik Ferstl, Boris Kollmer 2/2, Thomas Paßberger
7m: HG Express 5/4 HG Amberg 5/5
2min: HG Express 4 + 1 Disqualifikation mit Bericht HG Amberg 6
Es klingt wohl komisch, aber im Duell des Aufstiegsaspiranten aus Schwarzenfeld und dem Aufsteiger aus Hemau verschenkte der Außenseiter einen möglichen Punktgewinn im Schwarzenfelder Sportpark kläglich. Bei der 17:21 Niederlage hatte nämlich 35 Minuten die HG alles im Griff und führte 13:9. Der HG Express war von zwei schwachen Mannschaften in der ersten Halbzeit klar das bessere Team, mit der klareren Spielanlage und dem nötigen Tempo im Spiel. HG Torhüter Bene Macha zeigte in den ersten 20 Minuten eine starke Leistung, mußte dann jedoch leider mit einer Knieverletzung weichen. Oli Edenharter knüpfte hinter einer gut aufgelegten Verteidigung an die Leistung von der Vorwoche an. So versäumte man es bei einer Vielzahl von Einwurfmöglichkeiten, sich deutlicher abzusetzen. Beim Stand von 11:9 wurden die Seiten gewechselt. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte deutete alles auf eine weitere Überraschung der jungen Hemauer hin. Trotz wieder vergebenen Großchancen setzte man sich in Minute 35 zum 13:9 Zwischenstand ab. Schwarzenfeld wechselte nun den Torhüter. Dies sollte eindeutig die Wende im Spiel bringen. Martin Strejic vernagelte seinen Kasten, die Abwehr der insgesamt enttäuschenden Gastgeber steigerte sich und der HG Express begann urplötzlich Nerven zu zeigen. Leichte, völlig unnötige Ballverluste, katastrophales Überzahlspiel und eine Trefferquote von 0% führten dazu, dass Hemau über 10 Minuten keinen Treffer erzielte und Schwarzenfeld seinerseits über einfache Gegenstöße Tor um Tor verkürzte und schließlich mit 13:15 in Führung ging. Hemau fing sich jetzt kurzzeitig wieder, doch dies reichte nicht mehr sich aus dem tiefen Loch der Minuten 35 – 45 zu ziehen. Somit beenden die beiden Neutraublinger Unparteiischen die Partie beim Stand von 17:21 für den Favoriten. Sicherlich rechnete jeder vor dem Spiel mit einem Sieg der Heimmannschaft, doch wie dieser nun zu Stande kam ist aus Hemauer Sicht mehr als ärgerlich. Wieder einmal wurden zum Beispiel 4 7m vergeben. Am nächsten Wochenende bedarf es einer enormen Leistungssteigerung, um dem Ex – Landesligateam aus Amberg Paroli bieten zu können.
HG Express: Benedikt Macha, Oliver Edenharter, Matthias Anzinger, Martin Kaufmann 3, Matthias Fochler 1, Ludwig Pilsl, Stephan Obenhofer, Benedikt Lindner 3, David Hillert 5, Denis Vasold, Albert Anzinger 3, Dominik Ferstl 3/2, Thomas Paßberger
7m: HG Express 2/6 FCS 6/7
2min: HG Express 2, FCS 5 + Disqualifikation mit Bericht gegen J. Strejic
Gleich im ersten Auswärtsspiel geht es zu einem der engsten Titelaspiranten nach Schwarzenfeld. Anwurf ist am Samstag um 17.15 Uhr im Schwarzenfelder Sportpark. In Schwarzenfeld ist Vieles neu und Einiges alt. Neu sind der Trainer aus Schwandorf, der Kreisspieler (kam aus Oberviechtach) und Torhüter Feldbauer ist aus Amberg zurückgekehrt. Unverändert bleibt, dass mit den Strejic – Brüdern zwei starke Tschechen auf der Platte stehen, dass Gschrei weiterhin die Halb Rechte Position bekleiden wird und dass Schwarzenfeld einen sehr körperbetonten, schnörkellosen Handball spielen wird. So zumindest die Vorschusslorbeeren, welche dem Team voraus eilen. Für den HG Express bedarf es wohl einen weiteren Sahnetag, um nicht unter die Räder zu kommen. An Selbstvertrauen dürfte es nach dem überraschenden Auftakt gegen Herzogenaurach zumindest nicht fehlen.